Vor längerer Zeit habe ich die “Personal”-Foto-Rubrik von meiner Website entfernt. Die Bilder haben schon einige Jahre auf dem Buckel, sind technisch nicht so toll und passen in erster Linie nicht mehr so wirklich in mein Portfolio. Trotz aller technischen Mängel haben die Bilder einen hohen ideellen Wert für mich. Jedes Bild hat eine eigene Geschichte von besonderen Menschen, faszinierenden Orten und komischen Dingen die mir begegnet sind. Wen interessiert da das Rauschverhalten oder der Kameratyp?
Yuri Arcurs – der König des Microstock- und David Hobby – der König der Kompaktblitze- haben etwa zur selben Zeit ein neues Fotostudio errichtet. Was für ein herrlicher Kontrast! Der einzige Unterschied ist wohl die 130$ teure Propangasheizung von Mr. Hobby- damit übertreibt er maßlos.
DAS kommt dem perfekten Fotostudio schon recht nahe, oder?
Ein paar mehr Giant-Reflektoren (so zur Abwechslung), eine Sushi-Bar, ein Unterwasserstudiobecken mit Delfinen und ein eigenes Atomkraftwerk fehlen dann doch zum perfekten Glück!
Nichts gegen Mr. Arcurs und seine Neverland-Ranch (Microstockfotografie allerdings finde ich ähhm “billig”), aber Mr. Hobby, der sein “Studio” mit bescheidenen Mitteln und besonderem Humor ausstattet, ist mir doch sympathischer. Schließlich ist das wichtigste Inventar eines Studios der Fotograf selber. Ich sag immer, dass es “solche” und “solche” Leute geben muss- irgendjemand muss auch Klopapier (das zweite Keyword was mir zu Stockfotos einfällt) und die unwichtigen Dinge des Lebens fotografieren.
Die vielen “Feier”tage haben nun endgültig ihr Ende gefunden. Bei einigen Feiereien ist mir eine Fremd-Kamera in die Hände gerutscht und so sind ein paar absolut ungestellte Bier-Bilder entstanden. Dazu fällt mir die köstliche Simpsons-Szene ein, wo Homer- Lionel Richie bittet, seinen Song “Say you, say me” über Bier zu singen…
In diesem Sinne- Beer you, beer me, beer us together…
Posted
on 11. Dezember 2010, 16:38,
by Noodlez,
under Allgemein, Video.
Anbei ein vorweihnachtlicher Teaser für mein geheimes Foto-Weihnachtsprojekt. Gedreht mit der Canon 5D Mark II und einem 70-200, 2,8 bei massivem Schneeregenfall…
Am 27.11. haben Jeff Lorber „Fusion“ feat. Victor Bailey, Eric Marienthal & Sonny Emory und die Band Rusconi im Rahmen der internationalen Jazztage Dortmund im Domicilgerockt gejazzt. Rusconi hatten das Programm begonnen und hauptsächlich Songs von “Sonic Youth” gespielt: Noise-Rock in zeitgenössischem Jazzgewand! WOW- so kann man Jazz wohl auch Rockern schmackhaft machen. Danach sind Jeff Lorber und seine fantastischen Mitmusiker mit einer Mischung aus Jazz, Rock, Soul und Funk aufgetreten. Man merkte schnell warum Jeff Lorber mit mehreren Grammy-Nominierungen einer der erfolgreichsten Fusion-Musiker ist. So virtuose Musiker habe ich selten gesehen…Eine lange Verschlußzeit erschien mir passend, das Jazz-Feeling zu transportieren.
Pünktlich vor dem TRON-Kinostart verwandelt er analoge Fotografen in biomechanoide Wesen. Die Zeiss Cinemizer-Videobrille ist eigentlich gedacht Videos vom iPhone oder iPod mit dem visuellen Eindruck eines 45 Zoll großen Fernsehers in zwei Meter Entfernung darzustellen. Über ein Videokabel kann diese Brille aber auch einfach an eine Live-View-fähige DSLR angeschlossen werden. Somit ver-15facht sich die Größe des Kameradisplays und alle Funktionen des Live-Displays wie z.B. exakte Scharfstellung lassen sich nutzen. Probleme mit Lichtreflexen auf dem Display entfallen und die Ansicht des Bild-Motivs ist unabhängig von der Kameraposition…Danke Herr Gross- für diese visionäre Zweckentfremdung.
Wie geil ist das denn?
Makrofotografen erkennt man zukünftig daran, dass sie wie ROBOCOP verkleidet durch den Wald laufen. Endlich gehts mit der Fotografie ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT- Wann kommt endlich die Hover-Camera, die man einfach vor die Tür stellt und gemütlich von der Couch aus steuert. Alternativ schnallt man die Kamera auf dieses NUMMER 5-Vehikel. Die Brille ist sicherlich bald kabellos erhältlich und dann kann man die Kamera den RAIN MAN-Assistenten im Regen halten lassen und so komfortabel und im Trockenen (via Funkauslöser) die Pics schießen. OMGWTF.
Für mich ist es das nerdigste Foto-Gimmick seit Erfindung der (Bayer)MATRIX.
Kunst wird im Ruhrgebiet öffentlich gering geschätzt. In der Gemeinde-Sparkasse von nebenan findet hin und wieder eine Ausstellung des Hausfrauen-Aquarell-Clubs „FC Weiß-Blau“ statt. Manchmal nimmt man flüchtig an der Bushaltestelle ein Werbeplakat für eine Kunstausstellung irgendwo in Düsseldorf wahr: NAM JUNE PAIK ist dort am Start. Was macht eine asiatische Instant-Suppe dort? Altbier mag ich eh nicht.
Letztes Wochenende hatte die “Contemporary Art Ruhr” auf der Zeche Zollverein statt gefunden und gezeigt, dass auch im Pott ein Sinn für zeitgenössische Kunst vorhanden ist. Es gab Überraschendes, Provokantes und Originelles von regionalen und internationalen Künstlern zu sehen. Wenn man genau hingeschaut hat, konnte man sogar ein paar Bilder von David LaChapelle entdecken- kein amerikanischer Traum, aber großes Kino.
Die Zeche Zollverein war ein idealer Ort für diese Veranstaltung- ist es selber das größte kulturelle Zeichen der Region. Ein tolles Beispiel für Strukturwandel…
Wenn man dann auf dem höchsten Turm der Zeche steht und den Sonnenuntergang über das umliegende Ruhrgebiet beobachtet, schafft es selbst der unromantischste Fotog nicht nicht auf den Auslöser zu drücken. Vielleicht ess ich auch mal eine Tüte „June Paik“, aber mit nem Pils.
Für die Ruhr Nachrichten habe ich gerade ein Foto-Projekt realisiert, indem Wahrzeichen der Städte Dortmund und Münster jeweils zu einem einzelnen Kugelpanorama zusammengefügt werden sollten. Das Ganze war ein ziemlich aufwändiger Prozess- sowohl Fototechnisch als auch in der Nachbearbeitung. Zuerst wurden dutzende 360° Panoramaaufnahmen von etwa 8-10 Wahrzeichen-Gebäuden der jeweiligen Städte angefertigt, immer mit dem Gedanken diese später in ein SUPER-Panorama zusammen zu fügen…Als die 360° Panoramen dann fertig gestitcht waren, hatte man einen Eindruck bekommen welche Gebäude einigermaßen zusammen harmonieren und verwendbar waren. Diese Gebäude mussten dann in ein einzelnes Panorama composed und in einen Kugelplaneten umgewandelt werden. In der Kugelperspektive war die Wirkung der Gebäude allerdings ganz anders als in der 360° Panoramaansicht. Das hatte ein mehrmaliges Recomposing in der 360° Panoramaansicht zur Folge bis man auch in der Kugelwelt glücklich war…Diese Welten haben Ausmaße von 400 Megapixeln angenommen und waren selbst mit meinem AKW-Rechenzentrum kaum zu bändigen